Rom – “Foot Signal” (Pingipung/Kompakt) CD + LP + Download Release am 21.05.2012

Das Duo ROM aus New York und Miami beschert uns diese LP mit zwölf energiegeladenen Instrumentals. Pingipung begrüßt mit Freude Roberto Carlos Lange und Matt Crum als neue Label-Künstler.

ROM ist die Kollaboration zweier Klangkünstler, die schon in vielen Konstellationen den Weg in unsere Plattentaschen gefunden haben. Roberto Carlos Lange spielt wundervollen Neofolk bei Savath & Savalas (Warp, mit “Prefuse 73″ Guillermo Scott Herren) und produziert solo als Helado Negro. Matt Crum trommelt gemeinsam mit John McEntire (Tortoise) in der Band Comic Wow (Asthmatic Kitty). Die erste gemeinsame Veröffentlichung stelle ROMs selbstbetiteltes Debut auf dem japanischen WIMM Label im Jahr 2005 dar. Aufgewachsen sind beide Musiker im Süden Floridas, zwischen tropischen Früchten und Pan con Lechón, Traumstränden und stickiger Schwüle. Die Musik, die sie als ROM gemeinsam hervorbringen, ist getränkt von diesem kontrastreichen Hintergrund der gemeinsamen Kindheit.

Obwohl “Foot Signal” über drei Jahre hinweg aufgenommen wurde, in vielen Orten in zig Städten, ist ihr vorliegender Zweitling ein absolut geradliniger Vortrag. Dass die beiden im gesamtem Produktionsprozess fast ausschließlich kaputte Instrumente verwendet haben, trägt zur Schaffung ihrer ganz eigenen Soundscape bei. Dass sie dabei ihre Instrumente sogar mit den Füßen spielen, wie der Titel schon andeutet, verschafft uns eine Ahnung von der Anarchie der ROM Sessions. Hätten sie nicht einfach eine stimmstabile Orgel nehmen können? Wohl schon. Aber die Tasten festzukleben und ohne Kontrolle voller Hoffung auf “Record” zu drücken, charakterisiert ganz treffend die Machart dieses wunderbar transzendenten Albums.

Größtenteils wurde das Album mit Will Loftin in den Shangri-la Studios in Atlanta eingespielt, wobei Roberto Carlos Lange und Matt Crum ihre Live-Sessions auf Bandmaschine festhielten. Das Duo besetzte auch zahlreiche Apartments, Studios und Lagerhäuser in Miami, Savannah, New York – sogar Jeremy Lemos´s Chicago studio – um ihre ständig lauernde Inspiration mitzuschneiden. Diese Sessions wurden daraufhin von beiden getrennt zusammen gebaut und übers Netz immer wieder ausgetauscht, bis schließlich diese zwölf hinreißend wilden Instrumentals geboren waren. Die Foot Signal Tracks wurden bereits als Japan-exklusive CD per WIMM veröffentlicht – die aktuellen Versionen sind nun erstmals bei Dubplates & Mastering in Berlin auf Vinyl gemastert worden.

Anspieltipp: “Whale Vomit” klingt ganz und gar nicht nach dem Gewürge, das sein Titel nahelegt. Stattdessen vereint der Track solide Perkussion mit betörenden Vibraphon Schnörkeln und gekonnter Zeitachsenmanipulation. Langweilig wird “Foot Signal” bei diesen bouncenden Re-Kombinationen nicht eine Sekunde lang.

ROM stehen für Interviews zur Verfügung.

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Frau Kraushaar & Herr Kratzer – “The Power Of Appropriation” (Materie Records/Rough Trade) Release am 25. Mai 2012

„Volksmusik für alle!“ oder die Erfindung der Pop-Folklore

Das zweite Album von Frau Kraushaar ist eine Überraschung, sogar für Frau
Kraushaarkenner: Statt eigenwilliger Komposition und dadaistischer Texte, widmet sich die Künstlerin dieses mal verschollenen Lieder aus verschiedenen Kulturen mit ungewöhnlichem Hitpotential.
Frau Kraushaar ist durch halb Europa gereist, hat die traditionelle Weltmusik durchstöbert, durch ihren „krausischen“ Filter laufen lassen und anschließend das Liedgut neu eingespielt. Aneignen statt Nachahmen! Oder wie sie selber sagt: „ Man muss sich das Fremde zum Freund machen!“ oder „ Volksmusik für alle!“. Darauf verweist auch der Titel der Platte: „The Power of Appropriation“ bedeutet auf deutsch die Kraft der Aneignung. Das klingt kompliziert, ist es aber nicht- sondern leicht, elegant und trotzdem intensiv!
Entstanden sind 14 Songs zwischen Pop-Chanson und Post-Folklore. Gesungen wird in
acht Sprachen: spanisch, russisch, englisch, hebräisch, italienisch, französisch, deutsch
und griechisch. So findet sich auf ihrem Album das Liebeslied eines israelischen Soldaten
genauso wieder, wie das Klagelied italienischer Immigranten; die klugen Weisheiten einer
griechisches Großmutter, aber auch Gassenhauer wie „Istanbul-Konstantinople“. Ein Lied,
das man nach einmaligen Hören einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt.
Trotz der großen Bandbreite an Kultur und Sprache: Frau Kraushaar bleibt immer auf der
Spur, was ein Volkslied im Kern ausmacht und jede Mode überdauern lässt:
Tod, Trennung, Sehnsucht, Heimat und Liebe.
Diskurs und Disko!

Was diese Platte von zeitgenössischen Pop-Produktionen unterscheidet, ist auch die Vielzahl akustischer Instrumente, u.a. Geige, Tabla, Klarinette und ein 200 Jahre altes Piano.
Auch eine Eigenkomposition mit dem Titel „Volver“ mischt sich hier unter die Songs.
Frau Kraushaar, bürgerlich Silvia Berger, wuchs in Bayern auf, bevor sie nach Hamburg zog, um an der Hochschule für Bildende Kunst, Medienkunst zu studieren.
Neben dem ersten erfolgreichen Album „Le Salon is very morbidä“ sorgte sie durch ihre Performances im Hamburger Schauspielhaus, auf Kampnagel, und mit Hörspielen und als Dj im Golden Pudel Klub für Aufsehen.
Sie arbeitete u.a. mit Künstlern wie z.B. Jacques Palminger von Studio Braun und Melissa
Logan von Chicks und Speed zusammen. Arte berichtet über sie in ihrer Sendung Tracks.
Produziert wurde die Platte von Musiker und Produzenten Lutz Nikolaus Kratzer, so
erfolgreich, dass sie ihn mit auf den Titel der Platte nahm.

Die Platte erscheint bei DIE STERNE- Label Materie Records/Rough Trade.
Der VÖ Termin ist am 25.Mai 2012

Hier ein kleiner Teaser:

Stimmen über Frau Kraushaar

Intro:
„Wie einst die Young Marble Giants versteht die in Hamburg lebende Künstlerin die Kunst
des “Simplifying” perfekt, das Weglassen von allem Unnötigen zugunsten kristallklar
funkelnder Popsongs.“ (Martin Büsser)

Die Zeit:
Der morbidä kraushaarsche Salon ist nämlich vollgestellt, jede Zeit, jeder Stil hat hier Platz – die Besucher müssen eng zusammenrücken, wenn eine neue Stehlampe hineingeworfen wird. (Sebastian Reiher)

Arte TV/ Tracks:
Ihre Bühnenshow verbindet Kunst und Musik. Beeinflusst ist sie vom Dadaismus. ()
Sie sind die Erbinnen der Riot Grrrls: früher machten sie Hardcore Punk, heute machen
sie, was sie wollen.

“Frau Kraushaar, die Konzeptgeberin der Platte, sieht sich der internationalistischen
Musikpolitik verpflichtet. Sie hat das Liedgut unterschiedlicher Länder durchforscht, mit dem Produzenten Herr Kratzer neu eingespielt und nebenbei die Weltmusik umgemodelt.
Trotz vielsprachiger Song-Compilation ist das eben kein globaler Musikantenstadl.
Frau K. will eben nicht vermeintlich authentische Musikelemente exotischer Herkunft nach hegemonialen Marktkriterien aufpimpen und nivellieren.
Ganz im Unterschied zur Weltmusik greift diese Platte Musiktitel von Staaten und Kulturen auf, die jenseits des Zentrums der Popmusik liegen. Heraus kam ein Album, das in seinen Referenzen von Kuba bis Russland reicht.
Kraushaars Blick liegt außerhalb des anglo-amerikanischen Popterritoriums und führt sie
unter anderem in den Nahen Osten. Dort hat sie die eingängige Komposition „Shomer ha
Chomot“ der Militär Band Jerusalem entdeckt und zu einem fröhlichen Stück Pop verwandelt.
Frau Kraushaar aka Silvia Berger ist auch die Sängerin aller Lieder dieses Albums. Ihr Vocal Sound ist nicht der einer klassisch schönen Gesangsstimme – (glücklicherweise) also mehr Melanie als Joan Baez. An Klavier und Schlagzeug wird sie u. a. von Hamburger Prominenz, Carsten Meyer und Jacques Palminger, begleitet. Der Produzent Lutz Nikolaus Kratzer verlieh den Songs ihren speziellen artifiziellen Glanz, so wie ein Fotolabor Fotoabzüge mit Plexi überzieht und edelt.
Zudem spielte er meisterlich eine Vielzahl der Instrumente sowie die gesamte Perkussion
ein. Bereits in seinem Titel, The Power of Appropriation, thematisiert das Album die Gewalt von Aneignungsprozessen. Bedeutet der Begriff doch beides: Aneignung und Enteignung. In ihrem Fall beruht das Interesse an der Transformation internationaler Musik natürlich auf starke Zuneigung. Gleichzeitig weisen sie auf die Ambivalenz der Begegnung mit dem Anderen hin, auf die Gratwanderung zwischen Liebe und dem Drang nach Unterwerfung, zwischen Kolonisierung und Entdeckerlust, geprägt von Faszination.
Dabei sind sie in ihrem Konzept nicht zu streng zu sich selbst: auch eine Eigenkomposition
mit dem Titel „Volver“ hat sich eingeschlichen, die aber bewusst nach einem authentischenStück Folklore klingt.
Übrigens nicht der einzige Titel, der Assoziationen an Filme – hier an Pedro Almodovars
Werk weckt -, auch das Lied „Tabou“ erinnert an einen Filmklassiker: „Tabu“ (1931), gedreht von F.W. Murnau auf der Südseeinsel Bora-Bora.
Die Verwendung des Begriffs Appropriation kann als Verweis gesehen werden, dass Frau
Kraushaar nicht nur Musikerin sondern auch bildende Künstlerin ist. Denn mit Appropriation verbindet man im Kulturbereich vor allem die Kunstrichtung der Appropriation Art. In dieser Gattung der Konzeptkunst, die unter dem Einfluss der postmodernen Theorie steht, imitieren Künstler bewusst andere Künstler und stellen trotzdem Neues her. In Richtung Appropriation geht auch ihr Coverfoto, auf dem sie sich zu einer sitzenden Frieda Kahlo stylt.
Im Unterschied zur Kunstrichtung wollen Kraushaar/Kratzer weniger wie jemand anderer
klingen sondern verwenden fremde Kompositionen als Hommage oder als Ausgangspunkt
für eigene Ideen. Sie adaptieren sie so, als wären es ihre eigenen Stücke. Letztlich ist The
Power of Appropriation eindeutig als Produkt von Frau Kraushaar & Herr Kratzer erkennbar.
Das Album klingt letztlich homogener, als man zunächst vermutet. Kraushaars prägnante
Stimme über einer minimalistischen, leicht elektronisierten Begleitung steht im Vordergrund.
Es ist ein Vergnügen ihr zu folgen, auch wenn es kaum einen Hörer geben dürfte, der alle
vorgesungenen Sprachen beherrschen dürfte.

Justin Hoffmann (FSK)

Tourdaten:

4.5. Köln – King Georg                                                      
12.5. München – Akademie der Bildenden Künste
18.5. Berlin – West Germany
25.5. Hamburg – Golem
14.6. Würzburg – Kellerperle
15.6. Nürnberg – Hemdendienst
18.6. Zürich – Boschbar
28.6. Hamburg – Golden Pudel Klub

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Ursprung – “Ursprung” CD + LP (Dial/Rough Trade) Release am 21.05.2012

Das Cover zeigt den real brennenden „Ursprung“-Schriftzug vor einer Eislandschaft. Am Anfang war also das Feuer? Nein, am Anfang gibt es keinen Ursprung, kein Einziges aus dem sich alles erklärt.

Da waren Zwei: Freunde, die sich die Bedingungen ihrer Freundschaft selbst und ohne Voraussetzungen schaffen. Ursprung – auf dem Cover in durchgestrichener Type geschrieben – ist ein Projekt von Stephan Abry und Hendrik Weber. Zusammen haben sie einige Zeit verstreichen lassen, an unterschiedlichen Orten, in gemeinem Kammern vom Nordkapp bis zum Walensee. Die Musik, die dabei entstanden ist, verströmt eine Freiheit von der Art, wie sie nie alleine sondern nur mit anderen möglich ist. Im Dialog übersetzen Abry und Weber organische Strukturen in Patterns, ohne deshalb alles bis zur allerletzten Plausibilität auszuformulieren. Manchmal hat man das Gefühl, ein Stück geht dem Ende entgegen, bevor es richtig angefangen hat. Die Fransen und losen Enden sind gewollt und erinnern an Krautrock und Kosmische Musik. Denn auch Abry und Weber geht es um die Flucht vor hierarchischen Anordnungen. Eine „Bewegung des Abfallens” (Paolo Virno), ein Sich-Entziehen prägt die Musik von Ursprung. „Exodus Now” heißt ein Songtitel denn auch überzogen programmatisch.

Was passiert, passiert, und Musik ist alles, was der Fall ist. In diesem Sinne übersetzt sich die freundschaftliche Nähe in eine Musik, welche die Intentionen der Musiker ein ums andere Mal zu überschreiten scheint. Das führt gottlob nicht zu jenen Verschwurbelungsexessen, wie sie an Krautrock und manchen seiner heutigen ‚hypnagogischen’ Neuinszenierungen nerven. Denn Abry und Weber verkleistern nichts, die Instrumente klingen transparent und diskret. Aus dem herrschaftsfreien Zusammenspiel von akustischer Gitarre, E-bass, E-Gitarre und Synthesizer schälen sich sodann schwankene Atmosphären heraus. Bestimmte Stimmungen senken sich herab und verflüchtigen sich schon wieder, bevor sie richtig angekommen sind. In der Klangschichtung stehlen sich über Seitenwege schüchterne Chöre oder verhaltene Drones. Sicher sind viele der Sounds historisch codiert, wir denken an Brian Eno, Cluster, Robert Fripp, Harmonia, bei einigen von Abrys Gitarrenpassagen an die schrullige Ambient-Auslegung von Durutti Column und nicht zuletzt an afrikanische Musik. Doch bei aller Zeichenhaftigkeit erscheint diese Musik auf eine eigenartige Art unschuldig und unmittelbar. Nicht nur bei den konkreten Klängen, die von „draußen” eingelassen werden (einmal beißt ein Hund auf Bambus), geht es um so etwas wie ein nicht-regressives Verhältnis zur Natur. Stücke wie „Ohne Worte” oder „Seiland” klingen roh und ungekocht; sie tragen naturalistische Texturen an sich, die sich wölben und zusammenziehen, weiten und straffen. Trotzdem schmeckt es mehr nach Überfluss statt nach Askese, weil Abry und Weber luxuriöse Details mögen: ein süßes Rauschen, ein fernes Roxy-Music-Feeling oder einen suggestiven Bass, der nächtliche Paradiese herbeizaubert. In solchen Momenten dürfen die Kräfte sich verschwenden. Ein wenig ratlos fragt man sich dann: Woher kommen diese ungreifbaren Klänge eigentlich? Nun, die Frage nach dem Ursprung erübrigt sich wie gesagt. Hinter jeder Maske kommt nur eine weitere Maske zum Vorschein. Kosmische Musik eben, die Wahrheit liegt immer andernorts.

Aram Lintzel

Hier das Musikvideo zum Track “Exodus Now”:

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F.S.K. ”Akt, eine Treppe hinabsteigend” Buback Tonträger (nur auf Vinyl incl.CD und als Download erhältlich) VOE: 11.05.2012

“Denkbilder”, so nannte Marcel Duchamp seine Arbeiten mit denen er vor allem der damaligen Avantgarde eins auswischen wollte. Womit wir schon in der aktuellen F.S.K.-Referenzhölle gelandet wären, deren Musik ja auch immer als “Denkmusik” betitelt wird. Finden sich bei Duchamp doch mit Arbeiten wie der Mona Lisa mit Bart oder “Rrose Sélavy” auch genau jene die Geschlechterzuordnungen verwirrenden Themen, um die es bei F.S.K. im Grunde immer schon gegangen ist, und bei denen sich diesmal “Unter dem Regenbogen” zu einer Art geheimnisvollem Minimal-Velvet Underground-Funk “im Zaubergarten von Oz” verlaufen wird.

“Der ‘Akt’”, erklärt Thomas Meinecke, “der im französischen Originaltitel ja ‘Nu’ heißt und im Englischen auch mit ‘Nude’ übersetzt wird, ist gleichsam ein politischer Akt. Ein ‘Act Up!’ bei dem die Stiefel, die auf dem Cover zu sehen sind, auch schon mal zutreten können”. “Wir sagen ja: Akt, eine Treppe hinabsteigend. Bei uns geht es ja um den Akt, die Handlung, die am Fuße der Treppe ausgeführt wird”, ergänzt Michaela Melián. “Genauer gesagt, geht es um Beate Klarsfeld, die nach vorn geht und dem Kanzler eine Ohrfeige gibt und nicht um den Blick hinauf zu der nackten Frau, die zu einem herabsteigt.”

Duchamps “Idee einer Bewegung”, die den Kubismus vor allem um Elemente des noch jungen Mediums Film erweitert, spinnen F.S.K. mit ihrem aktuellen Akt, als Idee einer Musik, die “kubistisch klingt”, weiter, ohne jedoch dabei kubistische Musik im engeren Sinn zu machen. Immerhin empfanden schon die Kubisten Duchamps “Akt” als “ein wenig daneben”.

Viel eher kommen die kubistischen Gitarren (etwa jene von George Braque oder Juan Gris) deshalb ins Spiel, weil F.S.K. diesmal als Versuchsanordnung ihr altes Rockinstrumentarium wieder hervorgekramt haben. Soll heißen: Justin Hoffmann hat die E-Gitarre wieder ausgepackt und lässt seinen die letzten Alben markant gestaltenden DX7-Synthesizer etwas in den Hintergrund treten, Thomas Meinecke und Wilfried Petzi lassen ihre Gitarren heftig rückkoppeln. Nur, was tun damit?

“Rockmusik” geht auf alle Fälle nicht (auch wenn beim Lied über die durch  Missy Elliott, Timbaland/Magoo, Busta Rhymes, Aaliyah sowie Glen Campbell und Crystal Gayle berühmt gewordenen “Master Sound Recording Studios” mal kurz ein diesbezügliches Fremdgehen performt wird). Aber auch simpler Anti-Rock wäre zu einfach gewesen, selbst wenn an einigen Stellen Updates des bandinternen Diskurses mit dem eigenen Werkkatalog (ihre Debüt-LP “Stürmer” von 1981 wurde ja erst vor einigen Monaten wiederveröffentlicht) durchschimmern. Zwar mag der zentrale Track “Eine Ohrfeige für Kurt Georg Kiesinger” mit seinen laut klatschenden Sounds in einem Ohr an No Wave erinnern, im anderen Ohr wird das jedoch gleich als Disco-Edit resignifiziert. Als Loop, der immer wieder an derselben Stelle den Anfang wiederholt.

F.S.K. drehen hier gleichsam ihren eigenen Spieß um: Statt Techno- oder Disco-Tracks in das Format Band zu übersetzen, überprüfen sie nun das Format Rocksong auf seine Tracktauglichkeit hin. Das bedeutet zuerst einmal das Ausmisten von Breaks und Refrains (auch wenn sich einige Melodien beim gelegentlich sehr extravaganten Verbiegen der Songtexte als Quasi-Refrains maskieren), sowie die Reduktion auf maximal ein Riff oder manchmal nur einen Akkord. Am besten gleich mit drei Gitarren inklusive nervös herumeiernden, entfernt von den Frippertronics ausgeliehenen Nörgelsounds (“Erykah sagt”).

Dazu ein Sound (erneut aufgenommen in Hamburg von Ted Gaier und Mense Reents im Art Blakey Studio, später abgemischt von Tobias Levin im Electric Avenue Studio) von einer Klarheit, der all das sonische Scheuern, Schrammeln, Kratzen, Rauschen und Vibrieren (exemplarisch dafür “Gute Nacht”) sowie das permanente bis penetrante Schellen des Tambourins erst so richtig zur Geltung kommen lässt. Nicht zu vergessen Carl Oesterhelts stoisch getrommelter und von Michaela Meliáns Dub-Bass elegant umkreister Beat-Kubismus zwischen Jaki Liebezeit und Moe Tucker. Dabei ist zudem nicht immer klar, was wir da gerade hören. Nachdem Wilfried Petzi schon mal bewiesen hat, dass eine Mandoline auch wie eine House-Hi-Hat klingen kann, treten die Gitarren diesmal quasi “in drag” auf und geben sich als Synthesizer aus (“Josephine Baker in Paris”) oder legen das Sun Ra-Diktum, nach dem jedes Instrument immer auch ein Perkussions-Instrument ist, beim synkretistischen Humb-Ta-Polka als Dubstep-Samba-Verwirrspiel “Logisch” auf ihre Art und Weise aus.

F.S.K. bringen dabei auch noch Duchamps “Idee einer Bewegung” ins Spiel, mit der das vermeintliche auf der Stelle Treten im Loop ja auch als etwas ganz anderes gesehen werden kann: Als Kreisen, Flanieren und Tanzen in der Schlaufe, der Schleife, dem Loop, dem Regelkreis.

Oder wie es Thomas Meinecke anmerkt: “Musik von Verrückten. Eckig,
kantig, humpelnd, rumpelnd, holpernd.”

Didi Neidhart

Produktion und Aufnahme:
Ted Gaier und Mense Reents gemeinsam mit F.S.K. im Art Blakey Studio in Hamburg.
Gemischt von Tobias Levin, Electric Avenue Studio.

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Sven Kacirek – „Scarlet Pitch Dreams“ CD / LP / Download Release: 23. April 2012

Der Hamburger Multi-Instrumentalist Sven Kacirek veröffentlicht mit „Scarlet Pitch Dreams“ sein drittes Album auf Pingipung – nach „The Palmin Sessions“ (2007) und dem international gefeierten Erfolg „The Kenya Sessions“ (2011), welche im 2. Quartal 2011 mit einer Platzierung in der Bestenliste der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnet wurde.
Während bei „The Kenya Sessions“ vor allem das Zusammenspiel mit kenianischen Musikern im Vordergrund stand, sind auf „Scarlet Pitch Dreams“ fast alle Instrumente von Sven Kacirek selber eingespielt. Er findet in diesen Traum-Scéancen perkussiver Virtuosität zu seinem ganz eigenen Sound – vom ersten Sirren des präparierten Flügels im Opener bis zum Drumset Wirbel-Crescendo am Ende.
Ein Markenzeichen seiner Musik sind die Jazzbesen-Patterns, die auf Papier, Holz und Glas Beats schaffen, die nach Sampler-Schrauberei klingen, es aber nicht sind. „Während ich mich bei den letzten Platten viel vom Produktionsprozess habe leiten lassen, Loops schneiden, Effekte und so, ist hier alles erstmal klassisch notiert und dann ordentlich eingespielt worden”, sagt Sven Kacirek über die „Scarlet Pitch Dreams”. Diese Handarbeit hört man den Tracks an, die nicht nur voller Details stecken, sondern auch lange Bögen erzeugen, die die Fülle der Sounds zusammenhalten.

Gastmusiker sind u.a. die Sängerin Jana Plewa (Old Splendifolia, The Kat Cosm) sowie Johannes Huth (Efim Jourist, Anthony Braxton) und John Eckhardt (Alvin Lucier, Evan Parker) am Kontrabass. Drei Musikvideos begleiten das Album, konzipiert und produziert von Sönke Held, Chichirik und Agnieszka Krzeminska. Das Video von Chichirik ist ab Februar auf Pingipungs Videokanälen und auf der Label-Seite zu sehen, die weiteren folgen im März und April: www.vimeo.com/pingipung | www.youtube.com/pingipun


Sven Kacirek hat in New York und Arnheim Schlagzeug studiert, mehrfach auf dem World Drum Festival gespielt und Lehrbücher zum Einsatz von Elektronik am Drum’n’Bass DrumSet veröffentlicht. Das Schlagzeug tauscht er auf seinen Pingipung Releases gegen ein eigenes Sounddesign ein, z.B. präpariertes Marimba und Klavier, oder Jazzbesen auf Glas, Papier und Holz, bei dem die Grenzen zwischen akustischer Aufnahme und elektronischer Bearbeitung verschwimmen.

Sven Kacirek steht für Interviews zur Verfügung.

Weiteres zum Label und zum Künstler:

www.pingipung.de

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BERNHARD EDER: Neue Tourdaten im März

www.bernhardeder.net

Termine:
02.03. Szene / Wien (A)
21.03. Horns Erben / Leipzig (D)
22.03. Cafe Gegenüber / Kassel (D)
23.03. Brause / Düsseldorf (D)
24.03. Raststätte / Aachen (D)
25.03. Blue Shell / Köln (D)
28.03. Galao / Stuttgart (D)
29.03. Kohi / Karlsruhe (D)
30.03. Silent Friday / Stuttgart (D)
31.03. Der Bock / Mannheim (D)
02.04. Die Scherbe / Graz (A)

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Tourstart Jolly Goods


Im Anhang ein Tour Trailer, frisch aus der Dose, mit Liveaufnahmen des Walrus Record Release Konzerts in der Volksbühne Berlin.
(mit Simon Bauer und Hans Unstern ( an Kontrabass und TamTam!!), die uns auch auf der Tour begleiten werden)

Hier die Daten:

presented by ByteFM, Missy Magazine, Musikexpress, Rote Raupe & uMag
(Das aktuelle Album “Walrus” auf Staatsakt / Rough Trade)

01.02.2012 DRESDEN – Scheune
02.02.2012 HAMBURG – Hafenklang /+ Tellavision
03.02.2012 HANNOVER – Café Glocksee /+ I Have No Mouth And I Must Scream
04.02.2012 LUDWIGSHAFEN – Das Haus
05.02.2012 DARMSTADT – Künstlerkeller
06.02.2012 MÜNCHEN – Orange House /+ elcassette
07.02.2012 ULM – Café Cat
08.02.2012 BASEL (CH) – Hirscheneck /+ Jari (of Navel)
09.02.2012 ST GALLEN (CH) – Palace /+ Evelinn Trouble
10.02.2012 LUZERN (CH) – Treibhaus
11.02.2012 STUTTGART – Pop Freaks @ Merlin

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Rockformation Diskokugel “The Boy With The Zorn In His Side” (Ata Tak/Broken Silence) VÖ:2.3.2012

Es ist der Trotz, der die Rockformation frisch hält, und das ist eine schwer unterschätzte Strategie.” (Intro)

Es ist die erstaunliche Geschichte eines erfolgreichen musikalischen Doppellebens, die hinter der Rockformation Diskokugel steht. Bei Tageslicht in beständiger Berufsumgebung getarnt, verwandeln sich die Vier im Scheinwerferlicht: Hochspannungsenergie und latenter Wahnsinn krempeln Hemdsärmel hoch, zwingen zu wilden Kniefällen und blutigen Sturzflügen von der Bühne. Die gleiche Kraft steckt in jedem Takt ihrer Musik. Angezerrte Gitarren, treibendes Schlagzeug und sprachnaher Gesang bilden das Fundament, das sich schon zu Anfang des neuen Albums mit “Deine Jugend” deutlich zeigt. Auf ihrer bisweilen erfrischend direkten Linie zwischen Indie-Rock, Punk und Rock’n'Roll breitet sich eine Themenspanne zwischen Tief- und Unsinn aus. Ohne Angst vor deutschen Texten zeigt die Rockformation Diskokugel, dass Punkattitüde gepaart mit viel Verstand hervorragend funktioniert. Mit feinsinnigem Humor, einer LKW-Ladung Ironie und dem Hang zur Relevanz der Irrelevanz karikieren sie aktuelle Geschichten aus ihrer ganz persönlichen Welt und kreieren kritische Spitzen jenseits aufdringlicher Slogans. Auch scheuen sie Zitate nicht, die sich – bewusst eingesetzt und mit viel Geschick vom Titel bis zum letzten Lied verwoben – fast als historische Underground-Dokumentation durch das gesamte Album ziehen.

The Boy With The Zorn In His Side” ist die achte Veröffentlichung in der Geschichte des Quartetts. 1997 begann diese im englischen Salford – und das, obwohl Magnus Schmerfeld (Gesang, Tasten), Mathias Hill (Gesang, Bass), Stefan Noll (Gitarre) und Matthias Müller (Schlagzeug) doch eigentlich aus dem Rhein-Main-Gebiet stammen. Nicht nur inspiratorische Parallelen und musikalische Tendenzen, sondern auch eine jahrelange Freundschaft verbindet sie mit der geschichtsträchtigen deutschen Punkband Fehlfarben. Seit 2004 veröffentlichen die Diskorocker ihre Platten bei Ata Tak, jenem Düsseldorfer Label, das im Zeichen von Bands wie Der Plan und D.A.F. schon längst Kultstatus erreicht und einst die NDW mitbegründet hat.

Jener Einfluss kommt auch auf dem neuen Album mit Songs wie dem düster-elektronischen “Bury Them Deep” zur Geltung. An anderer Stelle rüttelt “Die Schulden” mit dissonanten Noise-Reminiszenzen und einem goldglänzenden Hauch von Zitronen am Indie-Korsett und der Hit “Unser Haus” kennt elegant-melancholische Momente. “Anfangs fand ich das noch cool” glänzt mit groovigen Einlagen in Retro-Manier und rundet die charakteristische Stilvielfalt ab, in der altbewährte Konzepte mit immer neuen Ideen verschmelzen. Mit “The Boy With The Zorn In His Side” landet eine der bissigsten deutschen Independent-Bands einmal mehr zielsicher mitten im Jetzt.

Tabea Köbler, Knertz Collective ( www.knertz.de )

Diskografie (Auszug):

1999 “für softdrinks keine zeit“ CD-EP apricot

2001 “la bola privada“ CD-album/LP blickpunkt pop/apricot

2004 ”soulkommando henning beer” CD-EP ata tak

2005 “mit 70 durch die ortschaft” CD-EP ata tak

2006 “bei licht betrachtet“ CD-EP ata tak

2007 “anarchie und Montag“ doppel-CD ata tak

2009 “zusammen dagegen“ CD-album ata tak

2012 “the boy with the zorn in his side“ CD-album/LP ata tak

http://www.rockformation-diskokugel.de

http://www.rockformation-diskokugel.de/disko (MP3s)

http://www.rockformation-diskokugel.de/presse (Pressefotos und -infos)

http://www.soundcloud.com/mathiashill

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Christian Naujoks – True Life/In Flames (Dial / Kompakt – 27.02.12)

True Life/In Flames – nach seinem selbstbetitelten Debut aus dem Jahr 2009 das zweite Album von Christian Naujoks – klingt wie aus einem Guss. Am Anfang ist alles ganz leise und am Ende auch. Es gibt ein Klavier, gespielt von Naujoks; es gibt die Marimba von Martin Krause; und dazu: Naujoks’ Stimme – einmal, zweimal. Man könnte dieses Album als Suite mit verschiedenen Sätzen bezeichnen – geklammert ebenso von der auffälligen Reprise seiner beiden songhaftesten Stücke, „Moments I“ und „Moments II“, wie auch von der sparsam-gleichbleibenden Instrumentierung und dem Verweis auf den Ort der Aufnahme in einer Schwarz-Weiß-Fotografie auf dem Cover: die Laeiszhalle der Philharmonie Hamburg. Auf der fast höhlenartigen Bühne stehen Klavier und Marimba, umgeben von Notenständern, Mikrofonen und gestapelten SE 68 SU-Stühlen von Egon Eiermann. Echte Instrumente unter sich.
True Life/In Flames verzichtet anders als Naujoks’ Erstling konsequent auf jeden Einsatz elektronischer Klangerzeugung. Stattdessen steht hier die konsequente Stilisierung dessen, was man „organischen Klang“ nennen könnte. Analog dazu wird die Figur des Bedroom-Producers von der des Komponisten und Pianisten abgelöst. Eine konzentrierte Konzertatmosphäre bestimmt das Bild. Stringente Serialität verbindet sich auf eine Weise mit Moll-Romantik, wie man sie auch in einer bestimmten (und eher populären) Ecke klavierbasierter Neuer Musik des 20. Jahrhunderts, bei Michael Nyman, Wim Mertens, Arvo Pärt oder György Kurtág, finden kann. Tiefe Kontemplation, Pathosschwere des Ausdrucks gepaart mit intellektueller Klarheit. Jede Note hat Gewicht, jeder Klang eine Bestimmung.
Doch auf Naujoks’ Bühne steht nicht zuletzt dieser tief aus sich heraus schöpfende Künstler selbst, dessen Bild hier evoziert wird. Zur Aufführung gebracht wird in einer reflexiven Volte die große Geste ebenso wie die Chimäre vom „Organischen“ und sowieso alles Authentische, das im Titel als sich verzehrendes, als brennendes und echtes Leben angekündigt wurde. Denn Naujoks hat seinem Werk, das wie aus einem Guss klingt und mit ein und derselben Feder geschrieben zu sein scheint, nicht zuletzt auch die Musik der Anderen einverleibt.
Keine dieser Referenzen wird jedoch allzu deutlich ausgestellt, und ebenso wenig wie Naujoks sich in den Credits als Komponist zu erkennen gibt (er zeichnet sich nur für Piano und Gesang verantwortlich), legt er seine Zitate namentlich offen. Das Resultat ist eine offene Musik der Vielen, die das Eigentliche ebenso sehr dem Uneigentlichen öffnet, wie sie es umgekehrt in eine starke eigene Struktur zurücksynthetisieren kann. Dass dem so ist, liegt vor allem daran, dass man es hier mit einer geschlossenen Inszenierung zu tun hat. True Life/In Flames als rein medienreflexives Statement zu Urheber- und Authentizitätsfragen zu lesen, macht keinen Sinn, solange man sich nicht dieser zweiten Seite widmet: der Aufführung eines komplett durchkomponierten und in der Laeiszhalle schließlich mit lebendiger Instrumentierung unter Leitung von Tobias Levin eingespielten Stückes, welches die Wahrheit im Augenblick besingt. Denn gerade in seiner doppelten Verfremdung, im Schritt aufs Bühnenparkett klassischer Musikkonventionen wird Theorie hier auf ganz seltsame Art zu „echter“ Musik zweiter Ordnung.

Dominikus Müller

http://soundcloud.com/christian-naujoks

True Life / In Flames:
1. Chamber Two
2. On to the Next
3. Moments I
4. Diver
5. True Life / In Flames
6. Untitled Piano Take
7. You Are Everything
8. Dancer
9. Moments II

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LOOPS OF YOUR HEART – And Never Ending Nights (Magazine/Kompakt) Voe: 13.02.12

Originally from Stockholm, this record reflects Axel Willner’s (The Field) experience visiting Germany, where during lengthy stays in Cologne, he contributed not only his signature arpeggio sound to Cologne Tape. (See MAGAZINE 1 and look out for their debut  album coming soon.)

Only a thin foreshadow of what was to come, Willner has been letting his approach to music grow increasingly free. And don’t let yourself be misled by the title of his highly acclaimed release “Looping State Of Mind” under his The Field moniker. This was more of a commentary on repetitious thoughts in your mind than a description of production techniques. Later, you’ll find that on “And Never Ending Nights” looped sources are barely recognizable. Instead, we witness an overwhelmingly direct interaction of Axel with his arsenal of rare synthesizers and guitars. This is music straight from the soul and arguably the most personal record from Axel to date.
Now a permanent resident in Germany, Wilner’s new environment combined with his now wild yet still direct approach to music and composition has lead to a matchless album that seemingly comes from nowhere! ”Loops Of Your Heart” triumphantly, even if paradoxically, captures the German musical movement of “letting go”, and the spirit of Holger Czukay, You, Anima, Cluster, et. al., is definitely present.

This record is the fifth release of the recently founded Cologne based label MAGAZINE. The much praised conceptual approach of MAGAZINE is reflected in the serial appearance of their releases. Make sure you inspect the cover — an artwork in its own right. Limited vinyl edition comes on 180g heavy vinyl and contains free CD version of the Album.

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