{"id":1049,"date":"2015-05-01T08:00:47","date_gmt":"2015-05-01T08:00:47","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stephanrath.com\/?p=1049"},"modified":"2015-08-07T16:27:36","modified_gmt":"2015-08-07T16:27:36","slug":"wir-wuenschen-euch-allen-einen-schoenen-1-mai","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stephanrath.com\/?p=1049","title":{"rendered":"WIR W\u00dcNSCHEN EUCH ALLEN EINEN SCH\u00d6NEN 1. MAI!"},"content":{"rendered":"<p><a href=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/gatefold_cover.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-1050\" src=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/gatefold_cover.jpg\" alt=\"gatefold_cover\" width=\"864\" height=\"864\" srcset=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/gatefold_cover.jpg 864w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/gatefold_cover-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2015\/08\/gatefold_cover-300x300.jpg 300w\" sizes=\"(max-width: 864px) 100vw, 864px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Fr\u00fcher begannen junge Leute mit dem Gitarre-Spielen, indem sie das Riff von \u201eSmoke on the water\u201c und die Akkorde f\u00fcr das Traditional \u201eHouse of the Rising sun\u201c lernten. Wenn sie heute mit Instrumenten anfangen, lassen sie sich dazu gerne durch Lieder von Tocotronic anspornen.<\/p>\n<p>Diese h\u00f6fliche, m\u00fcpfige , fr\u00f6hlich sch\u00f6pferische Band \u00fcbt hierzulande einen \u00fcberall sp\u00fcrbaren Einfluss aus. Musikalisch und modisch versorgt sie Jungs und M\u00e4nner mit dem Selbstbewusstsein, dass Madonna bis heute an M\u00e4dchen und Frauen weitergibt.<\/p>\n<p>Der Gitarrist Rick McPhail findet mit Leichtigkeit pr\u00e4gnant erz\u00e4hlende T\u00f6ne. Er setzt sie wie Punkte und Kommas auf und zwischen Strophen und Refrains. So verwandelt er einen Entwurf in einen Song.<\/p>\n<p>Der Bassist Jan M\u00fcller hat ein romantisches Verh\u00e4ltnis zu Musik, die apart aus der Zeit f\u00e4llt. Er ist der aufgeschlossenste Rock-Fan der Band. Sein Bass klingt wie das Auge des Sturms in den Songs von Tocotronic.<\/p>\n<p>Der Schlagzeuger Arne Zank reist schon mal auf die andere Seite der Erdkugel, um Kl\u00e4nge zu entdecken wie seltene Schmetterlinge. Anschlie\u00dfend kehrt\u00a0er als musikalischer Antipode zur\u00fcck, um in angenehmen Bars in Berlin-Kreuzberg interessante, sonderbare Klanglandschaften vorzustellen.<\/p>\n<p>Der S\u00e4nger Dirk von Lowtzow steht morgens auf und hat einen Song fertig. Er fr\u00fchst\u00fcckt und hat einen zweiten Song fertig. Dann geht er um den Block und telefoniert vielleicht kurz. Wenn er mittags nach Hause zur\u00fcckkommt, ist die Demo-Version eines dritten Songs so gut wie aufgenommen.<\/p>\n<p>\u00dcber mehr als 20 Jahre haben diese Protagonisten ihre Band immer weiter getrieben. Mit den erstaunlichsten Ergebnissen. Wenn heute jemand Tocotronic kritisiert, wirkt das, als w\u00fcrde er sich mit dem Horizont anlegen.<\/p>\n<p>Die an Glanztaten und \u00dcberraschungen reiche Geschichte von Tocotronic findet nun ihre Fortsetzung mit einem weiteren H\u00f6hepunkt, einem wonnepoppigen Werk, in dem alles drinsteckt. Wirklich: alles. Kindheit, Jugend, Aufstand. Wahnsinn und Gef\u00e4ngnis. Kondenswasser, das auf die Selbsterkenntnis tropft, Plasma, das aus der Hand w\u00e4chst. BMX-R\u00e4der, alte Freunde, eleganter Mut und wilde Gefahren.<\/p>\n<p>In 12 Songs und einem Hidden Track behandeln Tocotronic drei zentrale Anliegen: Liebe, Erinnerung und noch mehr Liebe. Den Rahmen bildet das ganze Leben. Es beginnt mit einem Hinweis darauf, wo alles anf\u00e4ngt, n\u00e4mlich im Heimatort Langeweile, den es zu verlassen gilt. Der S\u00e4nger kommt darauf, dass er das schafft, indem er den \u201eErwachsenen\u201c mit Selbstbewusstsein begegnet: \u201eWir spucken ihnen ins Gesicht.\u201c<\/p>\n<p>So wird er zum \u201eRebel Boy\u201c, der anderen bei den z\u00e4rtlichsten Gelegenheiten begegnen will, auch wenn es dort zum Slapstick kommen sollte: \u201eUnter deiner Decke fasst mich das Chaos an.\u201c\u00a0Durch das Fenster des Schlafzimmers sieht er welche, die \u201eunter Spie\u00dfb\u00fcrgern Spie\u00dfruten\u201c laufen. Von ihrem Anblick l\u00e4sst er sich anregen,\u00a0ein Pop-K\u00fcnstler zu werden. Einer, der Pop-Thesen aufstellt: Es irrt sich jeder, der meint, \u201edass man die Welt vom M\u00fcll befreien muss.\u201c<\/p>\n<p>Der Rebel Boy und Pop-K\u00fcnstler wird zur Diva, f\u00fchlt sich \u201ezeitweilig verstorben\u201c und hat schlie\u00dflich\u00a0\u201eein Date mit Dirk\u201c in einer Science Fiction-Landschaft.<\/p>\n<p>Tocotronic sind in jedem Teil dieser Konzept-Story musikalische K\u00f6nner, die mit den unterschiedlichsten Stilen jonglieren.\u00a0Wenn sie wollen, klingen sie wie Depeche Mode. Wie Pavement, wenn sie schwelgen. Wie trotzige New Order. Wie aufgekratzte Aztec Camera. Oder wie die Stranglers, die sich mit den Smiths zusammentun, um Paint it black von den Rolling Stones zu spielen.<\/p>\n<p>Mit ihren riesigen F\u00e4higkeiten, mit schlafwandlerischer Sicherheit und nicht zuletzt durch die Arbeit des Produzenten Moses Schneider und Sounddesigner Markus Ganter greifen Tocotronic mal eben in unsere Gegenwart ein. Sie ver\u00e4ndern die Zeit.\u00a0Etliche Dinge, die es noch gibt, wirken auf einmal, als h\u00e4tte es sie mal gegeben. Darunter eine Musik, die in den letzten Jahren vielen Gelegenheit bot zu bekunden, wie viel M\u00fche es macht, mit sich selbst verheiratet zu sein.<\/p>\n<p>Diesen sogenannten \u201eDiskursrock\u201c verabschieden Tocotronic nun auf freundlichste Weise. Damit beginnt etwas Neues. Das rote Album schleudert uns dorthin, ins Offene, liebe Freundinnen und Freunde.<\/p>\n<p>Die Schlussfolgerung aus dieser Intelligenzkonsenslieblingsmusik liegt auf der Hand: Hier ist DIE Pop-Platte von Tocotronic.<\/p>\n<p>Ein Album wie ein Paradigmenwechsel. Und der wirkt sich auf jeden aus, selbst den Info-Schreiber, den es zu einem Songtext angeregt hat. Er singt zur Melodie vom \u201eProlog\u201c:<\/p>\n<p>1.<\/p>\n<p><em>\u00a0Ein paar Lieder ohne Eile<\/em><\/p>\n<p><em>vertreiben mehr als Langeweile<\/em><\/p>\n<p><em>Zauberlust liegt in der Luft<\/em><\/p>\n<p><em>Wie ein leichter, milder Duft<\/em><\/p>\n<p><em>Sch\u00f6nste Musik f\u00fcr eine kurze Weile<\/em><\/p>\n<p><em>Von hier bis zur n\u00e4chsten Zeile<\/em><\/p>\n<p><em>Und dann weiter durch Mark und Bein<\/em><\/p>\n<p><em>Du bist sch\u00f6n, um wahr zu sein<\/em><\/p>\n<p>2.<\/p>\n<p><em>So kommst du in eine Stadt aus Licht<\/em><\/p>\n<p><em>Alles ist zug\u00e4nglich<\/em><\/p>\n<p><em>Hier gibt es nicht nur WLAN,\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>sondern auch eine Platte wie ein Ozean<\/em><\/p>\n<p><em>Du musst sie dir nicht mehr w\u00fcnschen<\/em><\/p>\n<p><em>Alle Leute werden jetzt Menschen<\/em><\/p>\n<p><em>Nicht einer von ihnen bleibt noch l\u00e4nger stumm<\/em><\/p>\n<p><em>Unterm Pflaster liegt die Erinnerung<\/em><\/p>\n<p>3.<\/p>\n<p><em>Dort flie\u00dft Musik wie aus einer Quelle<\/em><\/p>\n<p><em>Sie klingt wie das Ding auf der Schwelle\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn es sagt: Ich bin der letzte Schrei<\/em><\/p>\n<p><em>Mein Kopf ist meilenweit<\/em><\/p>\n<p><em>Drumrum ein Glanz, ein wilder Schimmer<\/em><\/p>\n<p><em>Ein freundlicher, bunter Flimmer<\/em><\/p>\n<p><em>Und ein Hauch von s\u00fc\u00dfer Logik<\/em><\/p>\n<p><em>Das Red Album von Toco<\/em><\/p>\n<p><strong>Kristof Schreuf<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Fr\u00fcher begannen junge Leute mit dem Gitarre-Spielen, indem sie das Riff von \u201eSmoke on the water\u201c und die Akkorde f\u00fcr das Traditional \u201eHouse of the Rising sun\u201c lernten. Wenn sie heute mit Instrumenten anfangen, lassen sie sich dazu gerne&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1050,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[29,12],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1049"}],"collection":[{"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1049"}],"version-history":[{"count":3,"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1049\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1066,"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1049\/revisions\/1066"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1050"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1049"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1049"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/www.stephanrath.com\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1049"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}