{"id":3,"date":"2010-12-25T09:22:07","date_gmt":"2010-12-25T09:22:07","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stephanrath.com\/wordpress\/?p=3"},"modified":"2011-01-03T15:38:38","modified_gmt":"2011-01-03T15:38:38","slug":"3","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stephanrath.com\/?p=3","title":{"rendered":"Ginga &#8211; They Should Have Told Us <br\/> (Voe 28.01.2011- Monkey\/Rough Trade)"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\">Ginga sind tats\u00e4chlich diese gewisse Sorte Band. Die Sorte Band, bei der man nach dem ersten Anblick das Gef\u00fchl hat, dass nichts sie aufhalten kann, abgesehen von einem Flugzeugabsturz oder einem Wiener Blumentopf im freien Fall von einem Fenstersims im vierten Stock. <a href=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Ginga-Cover_gr1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-145\" title=\"Ginga Cover_gr\" src=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Ginga-Cover_gr1-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Ginga-Cover_gr1-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Ginga-Cover_gr1-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Ginga-Cover_gr1-1024x1024.jpg 1024w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/Ginga-Cover_gr1.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Die Sorte Band, die einen an all die essentiellen Dinge erinnert, um die es bei wirklich gro\u00dfem Pop gehen sollte: Zum Beispiel die schiere Frechheit, eine Zeile wie \u201cthis goes out to every boy and girl\u201d (aus \u201cFashion\u201d) mit v\u00f6llig unironischer \u00dcberzeugung zu singen. Oder das Talent, einen Song wie \u201cCinnamon\u201d zu schreiben, der aus einem fern\u00f6stlichen Streicherintro in einem Melodie m\u00fcndet, die nur so trieft vor brennenden Herzensqualen und der Aussicht auf Genugtuung. Oder die F\u00e4higkeit, Leute, die noch nie ihre Musik geh\u00f6rt zu haben, zum Tanzen zu bringen. Oder den ungek\u00fcnstelten, aber doch perfekt synchronisierten Look einer Gang von vier Jungs, zu der jedeR gern dazugeh\u00f6ren w\u00fcrde. \u201cWe Are One,\u201d wie eines ihrer mitrei\u00dfend federnden Lieder glaubhaft behauptet: \u201cWe sing songs to stay awake!\u201d<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefoto_1gr1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-146\" title=\"pressefoto_1gr\" src=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefoto_1gr1-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefoto_1gr1-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefoto_1gr1-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefoto_1gr1-1024x1024.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Alex Konrad, der beneidenswert gutaussehende S\u00e4nger mit seinem hintenrum auf kokette Mittachtziger-Art angestuften Lockenschopf, drischt derart r\u00fccksichtslos auf seine Gitarre ein, dass ihm scheinbar in jedem Song eine Saite rei\u00dft, blo\u00df um uns am Ende des Gigs bei \u201cIn The Stagelights\u201d mit einem v\u00f6llig aus dem Blauen kommenden, ber\u00fcckend sp\u00e4rlichen Marc Ribot-artigen Solo auf dem falschen Fu\u00df zu erwischen. Zu seiner Linken steuert der Brillentr\u00e4ger Klemens Wihlidal in wei\u00dfem Hemd und Hosentr\u00e4gern, gebaut wie Egon Schiele oder vielleicht wie Buddy Holly, eifrig ganz spezielle Qu\u00e4ntchen Keyboard, Gitarre, Melodica, Glockenspiel und Harmoniegesang bei und verstr\u00f6mt dabei die etwas konfuse Pr\u00e4senz des Lieblings der denkenden Fans. Zu Konrads Rechter wiederum verk\u00f6rpert Emanuel Donner (ja, die haben Namen&#8230;) perfekt die traditionelle Rolle des S\u00fc\u00dfen mit den Rehaugen, w\u00e4hrend er sich an Mikro, Violine (die auf dem Album mehrspurig orchestrale Breite annimmt), Gitarre und einer Reihe perkussiv bearbeiteter Gegegenst\u00e4nde h\u00f6rbar macht, darunter eine Standtrommel und ein schwer misshandelter Notenst\u00e4nder, der mit jedem Gig erbarmungsw\u00fcrdiger aussieht. Matthias Loitsch, der ebenfalls singende Schlagzeuger, beobachtet einstweilen unter der Deckung seiner bubenhaften Stirnfransen kritisch das Treiben vor sich und sorgt indessen f\u00fcr reichlich Wumms mittels einer dezent auf Franz Ferdinand verweisenden, gegebenenfalls auf allen vier Vierteln einherstampfenden, New Wave-lastigen Funkiness, die auch vor gut dosierten Gimmicks nicht zur\u00fcckscheut. Wie zum Beispiel das aus \u201cSunday Bloody Sunday\u201d zitierende Snare-Drum-Rollen auf dem als Single vorausgeschickten Opener \u201cThis Is Happening\u201d.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\"><a href=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefotogr1.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-147\" title=\"pressefotogr\" src=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefotogr1-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefotogr1-300x199.jpg 300w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefotogr1-1024x682.jpg 1024w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Diese Fertigkeit, mit textlichen Klischees und Referenzen zu spielen, sei es nun mit Absicht oder nicht (ein Schimmern der Waterboys hier, eine Dosis Modest Mouse da, vielleicht ein St\u00e4ubchen Radiohead), ist noch so eine jener unwiderstehlichen Pop-Qualit\u00e4ten in Gingas Arsenal.Was immer noch die Frage offen l\u00e4sst, wie es denn sein kann, dass wir den Bassisten noch nicht erw\u00e4hnt haben. Sein Name ist James \u201cStel\u201d Stelfox, und es k\u00f6nnte gut sein, dass Sie ihn schon wo gesehen haben. Er traf Ginga zum ersten Mal eines Nachts vor nicht allzu langer Zeit, als die Wiener f\u00fcr seine andere Band Starsailor bei einem Konzert in Br\u00fcssel die Vorband gaben. In der hierarchisch geordneten Welt des Pop kommt es nicht oft vor, dass ein Musiker den Support-Act so gut findet, dass er fragt, ob er mitspielen darf. Aber, wie wir schon zuvor festgestellt haben, Ginga sind eben diese gewisse Sorte Band. Oder wie Stel es ausdr\u00fcckt: \u201cI&#8217;m a fan.\u201d Und so kam es zustande, dass vier junge M\u00e4nner aus Wien, die ihr Album\u00a0 \u201cThey Should Have Told Us\u201d in Belgien mit Mons Jegers aufgenommen und in London with Dan Rejmer gemischt haben (zu dessen vormaligen Arbeitgebern Nick Cave und die Foals z\u00e4hlen), sich in einer Band mit einem Working Class-Burschen aus Manchester wiederfanden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Doch wie Stel best\u00e4tigen w\u00fcrde, ist noch eine jener essentiellen Pop-Qualit\u00e4ten von Ginga der so grunds\u00e4tzlich kosmopolitische, von geographischen oder sonstigen Grenzen g\u00e4nzlich unbeeindruckte Charakter ihrer Musik. Das einzige, was Stel an seiner neuen Band ehrlich gesagt nicht so mag, ist ihr Name. Der klingt in den Ohren eines Nordengl\u00e4nders zu sehr nach \u201cginger\u201d, dem auf allen Spielpl\u00e4tzen von Manchester und Umgebung g\u00e4ngigen Schm\u00e4hwort f\u00fcr Rotsch\u00f6pfe. Andererseits bezeichnet Ginga auch einen der wichtigsten Schritte der afro-brasilianischen, t\u00e4nzerischen Kampfsportart Capoeira, im Volksmund eine popul\u00e4re Bezeichnung f\u00fcr die magischen Bewegungen brasilianischer Fu\u00dfballerbeine. Oder, laut Wikipedia zum Zeitpunkt des Schreibens dieser Band-Biographie, den Namen einer gewissen Wiener Band, deren Eintrag demn\u00e4chst entfernt werden k\u00f6nnte, weil sie von den Administratoren als \u201cnon-notable\u201d eingestuft wird.<a href=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2010\/12\/pressefoto_1gr.jpg\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">Das, soviel wagen wir vorauszusagen, wird sich bald \u00e4ndern. Von wegen \u201cThey Should Have Told Us\u201d. Soll keiner sagen d\u00fcrfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\n<p style=\"text-align: left;\">(Robert Rotifer, Juni 2010)<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.monkeymusic.at\/ginga.php\">www.monkeymusic.at\/ginga.php<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.thisisginga.com\">www.thisisginga.com<\/a><\/p>\n<p>&#8222;Fashion&#8220;:<br \/>\n<object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"640\" height=\"385\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/mH8V92eSM_E?fs=1&amp;hl=de_DE\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"640\" height=\"385\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/mH8V92eSM_E?fs=1&amp;hl=de_DE\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>&#8222;They Should Have Told Us&#8220;<br \/>\n<object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"640\" height=\"385\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/RGJkloHH1EI?fs=1&amp;hl=de_DE\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"640\" height=\"385\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/RGJkloHH1EI?fs=1&amp;hl=de_DE\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>&#8222;Cinnamon&#8220;<br \/>\n<object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"480\" height=\"385\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"allowFullScreen\" value=\"true\" \/><param name=\"allowscriptaccess\" value=\"always\" \/><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/3DI-W3wEhCU?fs=1&amp;hl=de_DE\" \/><param name=\"allowfullscreen\" value=\"true\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"480\" height=\"385\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/3DI-W3wEhCU?fs=1&amp;hl=de_DE\" allowscriptaccess=\"always\" allowfullscreen=\"true\"><\/embed><\/object><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ginga sind tats\u00e4chlich diese gewisse Sorte Band. 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