{"id":339,"date":"2011-11-04T14:42:10","date_gmt":"2011-11-04T14:42:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.stephanrath.com\/?p=339"},"modified":"2011-11-04T14:45:04","modified_gmt":"2011-11-04T14:45:04","slug":"son-of-the-velvet-rat-red-chamber-music-monkeyrough-trade-voe-11-11-11","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.stephanrath.com\/?p=339","title":{"rendered":"SON OF THE VELVET RAT &#8211; Red Chamber Music (monkey\/Rough Trade) Voe 11.11.11"},"content":{"rendered":"<p><strong>Musik. Einfach nur: Musik. Klang. Atmosph\u00e4re. Auf das Wesentliche reduziert, ohne Zierrat, Finten und trickreiche Ablenkungsman\u00f6ver. Doch mit W\u00f6rtern, nein: Worten gespickt, mit Texten verzahnt, mit einer Stimme versehen. Purismus, das ist ein Stichwort, das rasch ins Spiel kommt beim Sohn der Samtratte. Und: Sch\u00f6nheit. <\/strong><em><strong>\u201e\u2026beautiful and somber music, their lyrics are pure poetry\u201c<\/strong>,<\/em> bringt Peter Jesperson (Ex-Producer &amp; -Manager The Replacements) die Sache auf den Punkt.<a href=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/cover_gr.jpg\"><br \/>\n<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/cover_gr2.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-342\" title=\"cover_gr\" src=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/cover_gr2-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/cover_gr2-300x300.jpg 300w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/cover_gr2-150x150.jpg 150w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/cover_gr2-1024x1024.jpg 1024w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/cover_gr2.jpg 1200w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a> Tats\u00e4chlich geht in diesem Fall die Praxis \u2013 das Finden, Schreiben, Spielen im Studio, auf der B\u00fchne, f\u00fcr sich privat \u2013 Hand in Hand mit der Reflexion, dem Soulsearchin\u2019, dem r\u00fcckhaltlosen Nachdenken \u00fcber die Kunstform \u201eSong\u201c. Von Zeit zu Zeit gebiert dieser Prozess eine Kollektion von Text- und Musikst\u00fccken, die sich in die Pipelines, Warenkreisl\u00e4ufe und Vertriebswege der Konsumwelt einspeisen lassen. Lieber w\u00e4re Georg Altziebler, dem <em>\u201ebesten Singer\/Songwriter, den das Land hervorgebracht hat&#8220;<\/em> (Andreas Russ, \u201eKurier&#8220;), wohl eine magische Weiterreichung seines Oeuvres: eine Darbietung, die sich direkt ins Herz bohrt. Eine Melodie, die ewig nachschwingt. Eine Songzeile, die einen nicht mehr losl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Wer aber sagt, dass gerade das nicht gelingen k\u00f6nnte? Son Of The Velvet Rat kr\u00f6nen mit ihrem neuen, sechsten Album \u201eRed Chamber Music\u201c eine ohnehin schon beeindruckende Diskographie. Verdichten und erweitern mit Songs wie \u201eMoment Of Fame\u201c <em>(\u201eWe may even shoot our way to freedom \/ if it wasn\u2019t for a hopeless cause\u201c)<\/em>,\u201eFeed Your Dream\u201c,\u201eLittle Flower\u201c oder \u201eLovesong #9\u201c das Vokabular ihrer Musik abermals. Beim H\u00f6hersteigen im Tower Of Song h\u00e4lt Georg Altziebler, Stimme und Songwriter von SOTVR, gemeinsam mit seiner langj\u00e4hrigen Begleiterin Heike Binder (Stimme, Keyboard, Akkordeon), gelegentlich inne auf einer der Ausblicksplattformen, die Augen offen, die Sensoren weiter auf Empfang gestellt. Ein Innehalten, das es offenbar erm\u00f6glicht, den Charakter von SOTVR und einem Album wie \u201eRed Chamber Music\u201c einzufangen, ihn in seiner ganzen Komplexit\u00e4t auszuformulieren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pressefoto_3_cGertKragol_mi.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-full wp-image-344\" title=\"pressefoto_3_(c)GertKragol_mi\" src=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pressefoto_3_cGertKragol_mi.jpg\" alt=\"\" width=\"179\" height=\"119\" \/><\/a>Ausformuliert ist \u201eRed Chamber Music\u201c definitiv. Vom ersten Song \u201ePrayers (You\u2019re Not Bold Enough To Say)\u201c mit seinem aufrichtigen Wunsch <em>(\u201eI wish them well\u201c)<\/em> bis zum abschlie\u00dfenden \u201eSilence Is A Crown\u201c <em>(\u201eA golden glimmer shining \/ in the eye of a songbird\u201c)<\/em> flie\u00dfen diese zehn St\u00fccke wie m\u00fchelos, ohne erkennbare Anstrengung dahin. Sie offenbaren unterwegs fast beil\u00e4ufig, aber zwingend ihre Sch\u00f6nheit, die Emotionen in ihrem Kern, gewonnen oft aus kleinen inneren Bewegungen, unpr\u00e4tenti\u00f6sen Erkenntnissen (<em>\u201eHope is a sweet little sting\u201c<\/em> hei\u00dft es etwa im Opener).<\/p>\n<p>So g\u00fcltig ausformuliert ist \u201eRed Chamber Music\u201c, dass es schwer f\u00e4llt, diesen Fluss wieder zu verlassen, auszusteigen aus dem reichen Mosaik, das wie ein gro\u00dfer Roman, wie ein guter Film so vieles enth\u00e4lt und anr\u00fchrt, einem das Gef\u00fchl gibt, etwas zu verstehen, mehr zu verstehen, eventuell sogar: alles. Nicht nur aus diesem Grund ist \u201eRed Chamber Music\u201c ein echtes Album, keine zuf\u00e4llige Ansammlung von St\u00fcckwerk.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pressefoto_cGertKragol_gr.jpg\"><img loading=\"lazy\" class=\"alignleft size-medium wp-image-343\" title=\"pressefoto_(c)GertKragol_gr\" src=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pressefoto_cGertKragol_gr-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pressefoto_cGertKragol_gr-300x199.jpg 300w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pressefoto_cGertKragol_gr-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/www.stephanrath.com\/wp-content\/uploads\/2011\/11\/pressefoto_cGertKragol_gr.jpg 1772w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a>Altziebler, der \u201eRed Chamber Music\u201c selbst\u00a0 produziert hat (bei \u201eAnimals\u201c 2009 war noch Nashville-Connect Ken Coomer, der diesmal \u201enur\u201c die Drums bediente, am Produzenten-Ruder), spricht vom ersten seiner Alben, mit dem er vollst\u00e4ndig zufrieden sei, an dem er nichts mehr anr\u00fchren oder ver\u00e4ndern w\u00fcrde. Bis hin zu den Vocals, wo er einen deutlich sp\u00fcrbaren, h\u00f6rbaren Punkt erreicht hat, allzeit genau so singt, wie diese Songs gesungen geh\u00f6ren, in allen vorstellbaren Welten. <em>\u201eIch bilde mir ein zu wissen, wenn ich es nicht mehr besser, sondern nur mehr anders machen kann\u201c<\/em>, sagt er. Das zu h\u00f6ren ist ein Erlebnis.<\/p>\n<p>Als die nun vorliegenden Songs im Sommer 2010 langsam Gestalt anzunehmen begannen, schuf sich Georg Altziebler einen Raum. Einen Raum f\u00fcr das Sammeln und Versuchen von Zeilen, Gedanken, Harmonien, Akkordfolgen und ersten Melodien. Dieser Raum, der tiefe Keller eines Altbauhauses in Graz wurde knallrot gestrichen und gab letztlich dem vorliegenden Album seinen Titel.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzliche Aufnahmen fanden in Los Angeles, New York und Nashville statt. Nicht zu untersch\u00e4tzen ist denn auch der Reiz, den die verschiedenen Kollaborateure auf \u201eRed Chamber Music\u201c aus\u00fcben. Es sind gro\u00dfe Momente, wenn in \u201eWhite Patch Of Canvas\u201c Lucinda Williams, regierende broken Queen of Alternative Country, ihre Stimme mit Altziebler erhebt <em>(\u201eI\u2019m just a blank reflection in your eyes \/ a message straight &amp; cold &amp; purified\u201c)<\/em>. Oder wenn in \u201eVampire Song\u201c zwei mazedonische Bl\u00e4ser, Kiril Kuzmanov und Trajce Velkov, eine Musik, die gerne \u00a0als \u201eAmericana\u201c verhandelt wird, ganz woanders hintragen. Die Melancholie, die man SOTVR gerne und oft zuschreibt, tanzt dazu ausgelassen auf dem Tisch \u2013 <em>\u201eWe don\u2019t look as good, as we did before, we don\u2019t smell that good, we\u2019re foul to the core \/ our flesh may be moldy \/ but our spirits are free\u2026\u201d<\/em><\/p>\n<p><em> <\/em><\/p>\n<p>Our spirits are free? Vielleicht handeln die zehn Schl\u00fcsselsongs von \u201eRed Chamber Music\u201c genau davon. Einer Freiheit und Offenheit, die Genre-Zuschreibungen wie Chanson, Alternative Country oder Americana Noir f\u00fcr diese Musik obsolet machen, als Definition dieses R\u00fchrens an den Dingen viel zu klein, viel zu eng klingen. Das ist elektrifizierte und elektrifizierende Kammermusik. Botschaften von und aus der Welt, von der Seele, von N\u00f6ten, von Tr\u00e4umen, den willkommenen und schrecklichen, von der Langeweile, der Leere, von der Liebe (nicht notwendigerweise der Georg Altzieblers), allesamt von einer ersch\u00fctternden und erhebenden Sch\u00f6nheit, dabei gleichzeitig voll Leichtigkeit und zartem Humor.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.youtube.com\/watch?v=1_OavAAkcoM\"><\/a><object classid=\"clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000\" width=\"425\" height=\"350\" codebase=\"http:\/\/download.macromedia.com\/pub\/shockwave\/cabs\/flash\/swflash.cab#version=6,0,40,0\"><param name=\"src\" value=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/1_OavAAkcoM\" \/><embed type=\"application\/x-shockwave-flash\" width=\"425\" height=\"350\" src=\"http:\/\/www.youtube.com\/v\/1_OavAAkcoM\"><\/embed><\/object><\/p>\n<p>Und in \u201e7 Stars\u201c findet sich dann noch eine der sch\u00f6nsten \u201epolitischen\u201c Zeilen seit langem: <em>\u201eIt\u2019s all good if you have those seven stars at hand \/ one in the middle, three stars to each side \/ if you must share, you can spare one for the homeless, put three in your pocket and ride away\u201c. <\/em>(Rainer Krispel)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Musik. 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